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Wissenschaftler entdecken: So verstehen sich Hunde und Katzen endlich besser

Hunde und Katzen in einem Haushalt: Da ist Ärger vorprogrammiert

Schon sprichwörtlich bedeutet es nichts Gutes, sich "wie Hund und Katz" zu verstehen. Das kommt vermutlich daher, dass beide Tierarten sich in ihrer Wesensart sehr unterscheiden. Wenn sie zusammen gehalten werden, kann das zu heftigen Reibereien führen. Britische Wissenschaftler der Universität in Lincoln haben nun jedoch einen Weg gefunden, wie sich Wauzi und Mauzi sich bald wieder lieb haben.


Pheromon-Produkte sorgen für stärkere Bindung

Für ihre Untersuchung verwendeten die Wissenschaftler handelsübliche Pheromon-Produkte: "Feliway Friends" für Katzen* und "Adaptil" für Hunde* . Bei den beiden Produkten handelt es sich um Verdampfer, die über den Tag verteilt ein konstantes Level an Pheromonen in die Wohnungsluft abgeben und die beiden Tierarten beruhigen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen beobachteten die Forscher in 34 Haushalten, in denen sowohl Hunde als auch Katzen lebten, wie sich die Beziehung der Vierbeiner durch den Einfluss der Pheromone entwickelte. Mit dem Ergebnis: Vor allem die Hunde zeigten sanftere Wesenszüge. Sie jagten die Katzen weniger durchs Haus und bellten sie seltener an. Das wiederum führte dazu, dass beide Tierarten sich besser vertrugen und eine stärke soziale Bindung zueinander formten.


Wenn Hund und Katze sich bekriegen, kann das schlimme Folgen haben

Die Ergebnisse der Studie, die in der Zeitschrift "Frontiers In Veterinary Science" veröffentlicht wurde, könnten Tieren als auch Besitzern dabei helfen, eine entspanntere Atmosphäre in ihrem Haushalt zu schaffen. Denn wenn Hund und Katze sich bekriegen, erklärt Studienleiter Professor Daniel Mills gegenüber "Sciencefocus", könne das schlimme Folgen haben: "Dies kann zu einem inakzeptablen Level an Stress führen, sowie zu eingeschränktem Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Wasser, Futter oder der Toilettennutzung. Auch die restliche Familie (sowohl Tiere als auch Menschen) werden großem Stress ausgesetzt." Außerdem bestehe bei Hund und Katze ein vergrößertes Verletzungsrisiko durch Konflikte.


Tipps vom Hundetrainer: So helfen Sie Hund und Katze, sich aneinander zu gewöhnen - ohne Pheromone

Wir haben Hundetrainer Sebastian Marx gefragt, was er von Pheromonen als Friedensbeschleuniger zwischen Hund und Katze hält. Er meint: Als letzte Möglichkeit sei das durchaus vertretbar - wenn sichergestellt ist, dass die Gesundheit der Tiere dadurch nicht gefährdet wird. Davor allerdings, so der Kölner Hundetrainer, gebe es einiges, was Halter ausprobieren können, damit der Haussegen zwischen Hund und Katze begradigt wird:

  • Beobachten Sie, welches Ihrer Tiere wann ängstliches Verhalten zeigt, um besser darauf eingehen zu können.

  • Leben Sie die Freundschaft vor: Streicheln Sie den Hund, nehmen Sie die Katze auf den Arm und zeigen Sie der jeweils anderen Partei: Hier gibt es nichts, wovor du dich fürchten müsstest.

  • Schaffen Sie die nötige Distanz: Wenn Sie befürchten, dass die Tiere sich gegenseitig angreifen oder gar verletzen können, sorgen Sie für räumliche Trennung - falls möglich durch ein Gitter im Raum. So können die Tiere sich weiterhin sehen und nach und nach akzeptieren, dass keine Gefahr vom jeweils anderen ausgeht, erklärt der Hundeprofi.

  • Halten Sie die Futterstellen getrennt, damit keine Futteraggression entsteht.

  • Negatives Verhalten – Fauchen, Bellen, Angriffe – sollten Sie sofort unterbinden, während positives Verhalten belohnt werden sollte.

  • Geruchsgewöhnung: "Legen Sie die Katzendecke ins Hundekörbchen – oder umgekehrt", rät Sebastian Marx. So verbinden die Tiere den Geruch des anderen mit entspannten Momenten.

  • Bringen Sie Geduld mit: "Man sollte nicht glauben, dass man das in 2, 3 oder 4 Wochen schaffen kann. Meistens dauert die Gewöhnungsphase länger", so der Hundetrainer.

  • Im Zweifel, wenn alle Tipps nichts bewirken: Suchen Sie Rat bei Hunde- oder Katzenprofis, die die individuellen Eigenarten Ihrer Tiere durchschauen und darauf angepasste Verhaltenskonzepte empfehlen können.


https://www.rtl.de/cms/wissenschaftler-entdecken-so-verstehen-sich-hunde-und-katzen-endlich-besser-4595147.html